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Weleda Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2013

23Reportage abgefiltert und mit Wärme um die Hälfte reduziert werden kann. Zurück bleiben leuchtend türkisfarbene Kristalle, die voller Vitalität zu stecken scheinen. Nicht zu sehen, aber ebenso unverzichtbar ist die Veränderung, die auch der Quarz in der Mineralienverar- beitung erfährt: «Er kommt als Pulver in einer Schale in den Ofen», erläutert Dr. Engel, «und dort erhitzen wir ihn buch- stäblich zur Weissglut.» Die hohe Temperatur bricht die innere Struktur des Kristalls auf. Das lässt an das Entstehen des Metallspiegels denken, wobei das Gold sogar ver- dampft, für Momente aus seiner Fixierung an die feste Form gelöst und quasi in die Höhe gehoben wird, ehe es, angezogen von der Erdenschwere, in sein altes Muster zurückfällt. Ob geglühter Quarz oder Aurum metallicum praeparatum und ihre jeweiligen Ausgangsstoffe – sie sind chemisch absolut gleich und eben doch nicht von derselben Identität. «Gold und Quarz werden durch diese Prozesse kurz an ihre geistige Heimat erinnert», erklärte zuvor Dr. Engel. Dieses Sich-Erinnern stellt Neurodoron später dem Menschen für eine innere Neuausrichtung zur Ver- fügung. Es gehört zu den Besonderheiten von Weleda, Substanzen so zu verwandeln, dass sie eine eigene phar- mazeutische Qualität erlangen. Viele Schritte sind dafür erforderlich, und ein grosser vollzieht sich unmittelbar darauf im Nachbar- gebäude, in der Abteilung von Christa Strobel. Hier entsteht das eigentliche Ferrum-Quarz, im Dunkeln: Hinter der verschlossenen Luke einer grossen, tonnenartigen Vaku- umkugelmühle verreiben Porzellankugeln die Ferrum sulfuricum-Kristalle, vergrössern so ihre Oberfläche und machen sie aufnahmebereit für 37 Grad Celsius warmen Honig – 37 Grad entsprechen der Temperatur im mensch- lichen Körper und auch der in einem lebendigen Bienen- stock. Laien könnten die entstehende Mischung für Lebkuchenteig halten, sie duftet sogar ähnlich. Erhitzter Weisswein verflüssigt die Masse erneut, ehe der geglühte Quarz hinzugefügt wird. Der­Geruch­von­Eisen­ Einmal getrocknet, fühlt sich die fertige Ferrum-Quarz- Ursubstanz erstaunlich leicht an, porös und doch fest wie Bimsstein. Sie hat eine hellgrau-grünliche Farbe, und beim Vermahlen tragen die Mitarbeiter von Christa Strobel nicht nur wie sie Blaumann, Häubchen und Überschuhe, sondern auch einen Atemschutz: In der Luft liegt ein stechender Eisengeruch. Bis zu einer Potenz D2 wird die Ursubstanz Blick für das Wesentliche: Eine Mitarbeiterin füllt Milchzucker als Trägersubstanz in die Verreibungsmaschine ein.

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